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Home Fahrzeug Auktionen Polizei Fahrzeuge Erlebnisbericht Polizeiversteigerung 04.06.2008
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Erlebnisbericht Polizei Fahrzeug Versteigerung 04-06-08

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Meine Erlebnisse auf der Fahrzeug Versteigerung der Oberfinanzdirektion Düsseldorf am 4.6.2008 in Düsseldorf.

PKW Auktion Oberfinanzdirektion Düsseldorf vom 6.6.2008

Die Oberfinanzdirektion Düsseldorf versteigert regelmässig ausgesonderte bzw. unwirtschaftlich gewordene Fahrzeuge sowie sichergestellte, eingezogene und beschlagnahmte Fahrzeuge der Polizei und den Finanzbehörden, regelmässig kommen auch BAG (Bundesamt für Güterverkehr) Fahrzeuge, und weitere Fahrzeuge von Behörden zur Auktion.


PKW Versteigerung der OFD Düsseldorf 2008 Bild Versteigerung von Polizei und Behörden Fahrzeugen und Motorrädern Bilder der Polizei Fahrzeug versteigerung Düsseldorf

Um 8.15 Uhr kam ich auf dem Versteigerungsgelände an. Der erste Blick fällt auf einen riesigen grünen Wasserwerfer, der schon in der letzten Versteigerung am 7.5.2008 aufgerufen, aber nicht verkauft wurde.
Wasserwerfer der Polizei in Grün verkauft für 17200€
Dann sehe ich um der Ecke auch schon ein paar Motoräder bzw Roller stehen,
Polizei Motorrad und Roller Auktion
bei den Zweirädern angekommen kann ich bereits die anderen Fahrzeuge die vom Eingang aus nicht zu sehen sind erkennen, schöne viele bunte Autos und Transporter in allen Farben sind dabei.
Bild PKW Versteigerung

Nach einer ausgiebigen Besichtigung der für mich interessanten Fahrzeuge incl Fotosafari, habe ich mich entschieden, das 3 Fahrzeuge in die engere Auswahl kommen.

Losnummer 32 Opel Vectra B, Bj 16.07.2001, 121Tkm, Mindestpreis 1900€
Polizei Vectra in der Auktion

Losnummer 45 Golf III, Bj. 08.04.1993, 101TKM, Mindestpreis 700€


Losnummer 62, Mercedes Benz 709 Koffer, Bj. 10.01.1992, 63TKM, Mindestpreis 3900€
Mercedes 709 Koffer in der Versteigerung

Die Versteigerung beginnt...

Als erstes wird ein Mercedes Benz E300 (Modell W124) zur Auktion aufgerufen, der Mindestpreis beträgt 300 Euro, die Versteigerungshalle ist bereits gut gefüllt, ich schätze es sind c.a. 70-100 Interessenten gekommen.
Der Auktionator ruft die Losnummer 1 auf, und ein Gebot gibt das andere, am Ende wurde der Mercedes für 1350 Euro versteigert.

Bis zum Aufruf der für mich Interessanten Fahrzeuge dauert es noch ein wenig, leider sind in der Versteigerungshalle keine Sitzmöglichkeiten vorhanden, so das die c.a. 2 1/2 Stündige Versteigerung zu einer echten Belastungsprobe werden kann... Ich hatte Glück, eine von den 4 kleinen Nischen in denen man behelfsweise zu zweit sitzen kann war noch frei. So muss ich wenigstens nicht die ganze Zeit stehen.

Endlich ist es soweit die Losnummer 32, der Vectra B wird aufgerufen, 1900 Euro ....2000...2050.....2100 zwischendurch winke ich den Auktionator mit meiner Versteigerungsliste vom Sitzplatz am Ende der Halle zu, um ihm zu zeigen das ich mitbieten werde, anfänglich übersah er mich, dann klappte es mit den Geboten aber gut. 2550 Euro.. 2900 Euro... ein kurzer Moment in dem kein anderer bietet, bekomme ich ihn für die 2900 Euro ?? nervosität mach sich breit, und dann nach Sekunden geht es weiter 3000 Euro ..3050 Euro... bis 3300 Euro, das ist dann auch der Endpreis, ich stieg schon früher aus dem Bieterwettstreit aus.

Die Losnummer 45 wurde dann für 700 Euro Mindestpreis aufgerufen und für 1400 Euro versteigert, das ist ein echt guter Preis, ich habe auch mitgeboten, wollte mir aber den Stress mit der Überführung nach Kassel nicht machen.

Insgeheim wartete ich auf das Hauptobjekt meiner Begierde, einen Laborwagen der Polizei, die Losnummer 62, einen Mercedes 709 Koffer, der erst 63455 natürlich orginale Kilometer gelaufen hat, er ist Baujar 1992, und befindet sich in einem musealem Bestzustand, ohne Rost, Unfallschäden oder andere Mängel.

Ich habe natürlich schon im Vorfeld bei Ebay, Mobile.de und Autoscout recherchiert für was die Fahrzeuge dort gehandelt werden, für solch einzigartige Fahrzeuge gibt es kaum Vergleichsmöglichkeiten, denn LKW´s in einem so einmaligen Zustand gibts normalerweise nicht zu kaufen

Es geht los, jetzt wird die Nummer 62 aufgerufen..
Ich habe mich von meinem Nischenplatz erhoben und mich weiter vorne postiert, so das mich der Auktionator gut sehen kann, dann gehts auch schon los, 3900 Mindestpreis wird von mir gehalten, 4000...4700...5300....6000.... ab 6000 Euro ging es mit den Geboten etwas schleppender voran, mittlerweile zitterten mir vor Aufregung die Knie und mein Zwerchfell begann unkontrolliert und nervös zu zucken, diese Zeitspanne, wenn der Auktionator sagt "zum ersten...zum zweiten..und zum dritten...." fühlen sich teilweise wie Minuten an, immer wieder zählt der Auktionator "zum ersten, zum zweiten", und dann kommt ein weiteres Gebot... am Ende habe ich mich dann doch gegen die anderen Bieter durchgesetzt und den Mercedes LKW ersteigert.

Mercedes MB 709

Aber jetzt soll das Abenteuer erst beginnen.... im Vorfeld habe ich mich über das Fahrzeug erkundigt, ich weiß das er ganz normal fährt und auf eingener Achse hier her gebracht wurde, der Wagen wurde nur versteigert weil er so selten benutzt wird und er damit unwirtschaftlich geworden ist, der ehemalige Fahrer soll traurig darüber gewesen zu sein den schönen Wagen auszusondern.

Erstmal schnell bezahlen, vor der Kasse ist eine ewig lange Schlange von anderen Bietern die wohl alle das gleiche wie ich im Sinn hatten. Nach c.a. 40 Minuten durfte ich auch endlich mein Geld abliefern um die Fahrzeugpapiere und Schlüssel in Empfang zu nehmen.

Also los, auf zum neuen Auto.. Tür aufgeschlossen, Schlüssel ins Zündschloß und ...nichts... die Batterrie ist leer,
Tacho vom MB 709
halb so wild, ich frage den freundlichen Herr Bolten ob mir Morgen wenn ich mit der Bahn und dem Kurzzeit Kennzeichen komme, jemand Starthilfe geben kann, es ist möglich.

Soweit so gut, mein Ziel ist erreicht, jetzt gehts wieder 220 Kilometer zurück nach hause. Am Abend hab ich recht geschlaucht vom Tag noch schnell ein Bahnticket online für morgen reserviert, und mich nach den Öffnungszeiten der Zulassungsstelle erkundigt.

Na das wird knapp, die Zulassungsstelle öffnet um 8Uhr und der Zug fährt um 9 Uhr...

Donnerstag morgen, ich fahre mit dem Auto zur Zulassungstelle und hole mir mit meiner Versicherungsdoppelkarte für Kurzzeit Kennzeichen die 5 Tage gültigen Kurzzeit Kennzeichen, dann schnell nach hause, zwischendurch schon das Taxi (18 Euro) für 8.30 Uhr bestellt und los zum Bahnhof, ich erreiche den Zug ohne Probleme (45 Euro) , so jetzt sind 3 Stunden Entspannung angesagt

In Düsseldorf Hauptbahnhof angekommen, nehme ich mir ein Taxi zum Versteigerungsgelände, die Fahrt kostete 8 Euro...

... jetzt beginnt der stressige teil des Tages...
Ich bringe die Kennzeichen an, und versuche den Batterriekasten zu öffnen, was sich wegen dem Unterfahrschutz als recht schwierig darstellt..

Ich muss dazu sagen, bis heute bin ich noch niemals mit einem richtigem LKW gefahren, ich bin zwar schon Transporter gefahren aber sowas noch nie, dem entsprechend habe ich natürlich überhaupt keine Ahnung von dem LKW, ich weiß weder wofür einige Knöpfe sind, noch wo und wie ich den Wasser und Ölstand kontrollieren kann ?
(Zum Glück gibt es den bestens informierten Herr Bolten der OFD Düsseldorf)

Jetzt fühle ich mich schon besser informiert :)

Nach der Starthilfe springt der LKW problemlos an und schnurrt dieseltypisch sonor wie ein Kätzchen, ich lasse ihn laufen, und mache mich für Abfahrt bereit.

Noch bevor ich das Versteigerungsgelände verließ habe ich die gewaltigen Kräfte der Druckluft Bremse erlebt, und festgestellt das hier nicht wie bei einem PKW gebremst wird, hier muss wohl dosiert gebremst werden...dachte ich mir beim beim aufheben meiner Jacke und Tasche aus dem Fußraum...

Der Drehzahlmesser geht auch nur bis 3000 Umdrehungen.... kein Vergleich zum meinem normalen PKW ... das ständige schnelle hochschalten nervt dann auf dauer doch ein wenig, ich kam mir vor wie ne Schildkröte bei meinen Beschläunigungskämpfen bis 50 KM/h in der Stadt und 80 auf der Autobahn.

Auf diese Weise bekommt man einen ganz neuen Einblick in das Leben der LKW Fahrer, das ist echt stressig denke ich mir mal, dafür hat man mehr Zeit sich die Gegend anzugucken :)

Der Luftdruck auf den Reifen war sichtlich etwas zu niedrig, also wollte ich die nächste Tankstelle ansteuern und den Druck kontrollieren und richtig einstellen. Leider war mir die Tankstelle in auf dem Weg zur Autobahn zu klein, ich wollte es auf keinen Fall riskieren rückwärts hin und her manövrieren zu müssen. Also fur ich weiter auf die Autobahn, ich dachte das ist bestimmt LKW gerechter. Nach c.a. 30 Kilometern erreichte ich die erste Autobahn Tankstelle, ich fuhr an die LKW Tanksäule wo sich auch das Luftdruck Gerät befand.

Jetzt stand ich direkt vor einem weiterem Problem, wieviel Druck muss den eigentlich nun auf die Reifen ? Ich sprach einige LKW fahrer an, aber die antworteten in der Regel, das sie das nicht wüssen das mache der Service oder die Werkstatt bei ihnen... Also nahm ich einfach an dem Reifen der noch recht prall aufgepumt war maß, es waren knapp 6 Bar, so habe ich die anderen Reifen auch mit 6 Bar befüllt

Jetzt könnte es mit dem richtigen Luftdruck in den Reifen weiter richtung Kassel gehen, wäre da nicht dieses klitzekleine Problemchen der leeren Baterrie. Ich habe dummerweise vergessen an der Tankstelle das Licht auszumachen..... und da sich der ganze Vorgang mit dem Reifen befüllen c.a. 10-15 Minuten hingezogen hat, war die Baterrie natürlch wieder leer genudelt.... so ein Mist... ich hab auch noch so geparkt das keiner neben mich fahren kann, und zusätzlich hat der LKW auch noch 24 Volt, na das wird ja Lustig.

Das Tankstellen Personal interessierte mein Problem nicht, sie konnten mir leider nicht mit einer Starthilfe Batterrie aushelfen. Das waren sicher nur Angestellte der Tankstelle, ihre Motivation ließ sich auch nicht mit dem Hinwweis erhöhen das ich 2 LKW Zapfsäulen blockiere. Wäre ich Chef der Tanke hätte es für mich höchste Priorität die Zapfsäule frei zu halten... aber na ja, was interessiert das die Angestellten..

Zum Glück war das Gelände an der Zapfsäule minimal nach hinten abschüssig, ein freundlicher Tourist gab mir etwas Schwung so das ich mit dem LKW rückwärts rollen konnte, dann ließ ich die Kupplung im Rückwärtsgang kommen und er spang Glücklicherweise sofort an... in dem Moment ging es mir wohl wie den Urmenschen die in jedem Fall das Feuer und die Flamme schüzen müssen. Also fuhr ich ab jetzt ganz vorsichtig um den LKW ja nicht abzuwürden ohne weitere Vorfälle nach hause. Einmal hab ich noch kurz Rast gemacht, die Baterrie ging wieder, nur leider parkte mich ein Brummi fahrer ein wenig ein, so das ich dann rückwärts aus meiner LKW Parklücke ausgewiesen wurde, da stieg der Stresspegel kurzzeitig wieder mal an....

Auf der Fahrt fiel mir auf das ich immer noch wie ein Autofahrer denke, erst nach einiger Zeit nahm ich die Überholverbotsschilder für LKW wahr, es ist auch ein ganz neues Erlebnis mit nem LKW durch Autobahn Baustellen zu fahren, alles in allem finde ich das LKW fahren schon recht stressig ist.

Letztendlich bin ich gut und heile zuhause angekommen.

Mercedes MB709 auf dem Autobahnrastplatz mercedes MB709 Kasten Kofferaufbau mercedes MB 709 Kastenwagen

Das Kurzzeitkennzeichen gilt 5 Tage, das ist dann bis Montag.

Am Freitag war ich dann beim TÜV, der schickte mich aber leider wieder weg, weil der Tacho erst geprüft werden müsse, das ist wohl normal bei LKW den Tacho alle 2 Jahre zu Prüfen.

Also habe ich einen Termin für Samstag (Morgen) 9 Uhr zur Tachoprüfung gemacht

Die Tachoprüfung, Tüv und AU wurden natürlich bestanden.

Der einzigste Mangel laut Tüv Bericht ist, das die Leuchtweitenregulierung neu eingestellt werden muss, die Scheinwerfer scheinen zu kurz, das liegt daran das im hinterem Teil des Lkw schwere Geräte und Gasflschen ausgebaut wurden und der LKW dadurch hinten etwas höher ist.

Leider ist der Lkw nicht wirklich als für mich als Wohnmobil geeignet, daher werde ihn wieder verkaufen und mir lieber einen T4 Multivan oder sowas holen, damit ist wenigstens eine angenehme Reisegeschwindigkeit zu erreichen :)



Mittlerwele ist der Mercedes MB709 verkauft !!












 

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